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Wiebke Siem

Die Künstlerin Wiebke Siem hat einmal bemerkt, sie könne keine Arbeit machen, die nicht mit Humor funktioniere. Tatsächlich sind es Witz und Humor, die an ihren Werken zuerst auffallen und neugierig machen. Dabei haben viele der Arbeiten durchaus auch eine unheimliche Anmutung, und die Werke verhandeln ernsthafte Themen. Insbesondere interessiert sich die Künstlerin für die männlich dominierte Moderne und deren Begeisterung für nichteuropäische Kunst und Fetischobjekte, die sie persifliert. Dabei setzt sie Alltagsgegenstände ein und verfremdet sie, vor allem durch verblüffende Kombinationen: So werden wie in der hier gezeigten Installation „Die Fälscherin“ Kochlöffel durch den Einsatz von Wäscheklammern zu Armen und Händen, Nudelhölzer zu Körpern. Auch Motive und Eindrücke aus ihrer Kindheit fließen in die Arbeiten ein, die uns staunen lassen. Wiebke Siem ist in diesem Jahr mit dem Goslaer Kaiserring ausgezeichnet worden. Aus diesem Anlass ist noch bis zum 1. Februar 2015 eine Ausstellung ihrer Werke im Mönchehaus Museum Goslar zu sehen. Wiebke Siem wird von der Galerie Johnen vertreten, der wir für das Bildmaterial danken. www.johnengalerie.de Wilhelm Werthern

Le Monde diplomatique vom 09.10.2014,