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Kleines Fonds-Lexikon

Pensionsfonds: Versicherungsähnliche Fonds, in die Anleger regelmäßig Geld einzahlen, um daraus später eine private Rente zu beziehen. Die Fonds können das Geld nicht nur in sichere, festverzinsliche Wertpapiere investieren, sondern auch in Aktien, die eine höhere Schwankungsbreite aufweisen. Große Verluste sind für die Anleger trotzdem ausgeschlossen, weil die Fonds zumindest garantieren, bei Rentenbeginn wieder das eingezahlte Kapital auszuzahlen – und bei besserer Ertragslage deutlich mehr.

Investmentfonds: Oberbegriff für alle möglichen Fonds, die von Banken oder reinen Fondsgesellschaften betrieben werden. Die Anleger erwerben Anteile an einem Fonds, der ihr Geld etwa in Aktien, Anleihen, Immobilien (in unterschiedlicher Mischung) investiert. Die Fondsbetreiber erheben eine Verwaltungsgebühr und beim Kauf meist einen Ausgabeaufschlag.

Aktienfonds: Investmentfonds, die das gesammelte Geld nur oder vorwiegend in Aktien investieren. Der Anleger kann dadurch sein Risiko breiter streuen als beim direkten Erwerb einzelner Aktien. Manche Aktienfonds konzentrieren sich auf bestimmte Sektoren, beispielsweise Aktien von Energiekonzernen oder von asiatischen Unternehmen.

Rentenfonds: Investmentfonds, die das Geld in Anleihen (Renten) anlegen, oftmals Unternehmensanleihen, aber auch Anleihen von Staaten oder öffentlichen Einrichtungen. Auf die meisten Anleihen wird ein fest vereinbarter Zinssatz gezahlt (festverzinsliche Wertpapiere). Sie gelten als vergleichsweise sicher, aber die Renditen sind oft geringer als bei Aktien.

Private-Equity-Fonds: Fonds, die mit dem von Großinvestoren eingesammelten Geld ganze Firmen oder größere Anteile übernehmen. Oft nehmen die Fonds dann Kredite auf den Namen des übernommenen Unternehmens auf. Mit diesem Geld zahlen sie ihren Anlegern einen beträchtlichen Teil ihres Kapitaleinsatzes zurück. Zusätzlich knöpfen die Fonds der übernommenen Firma Beratungsgebühren ab. Wird das Unternehmen (ganz oder tranchiert) weiterverkauft oder an die Börse gebracht, kommt dies den Investoren zugute. Privaten Kleinanlegern stehen Private-Equity-Fonds zumeist nicht offen.

Hedgefonds: Fonds, die das von ihnen verwaltete Geld hochspekulativ und meist extrem kurzfristig einsetzen. Dabei investieren sie in Aktien, Rohstoffe, Währungen und sonstige Finanzmarktinstrumente. Sie nutzen Währungs- oder Preisschwankungen aus, indem sie zum Beispiel auf sinkende Aktienkurse spekulieren. Ursprünglich war das zur Absicherung von Geschäften gedacht, doch dieses Motiv spielt heute kaum noch eine Rolle. Mitunter kaufen sich Hedgefonds auch in Unternehmen ein, etwa um gemeinsam mit anderen Investoren hohe Gewinnausschüttungen oder den gewinnbringenden Verkauf des Unternehmens durchzusetzen. Diese Fonds sind fast immer in Steueroasen ansässig und unterliegen keinerlei Finanzmarktaufsicht.

Le Monde diplomatique vom 14.09.2007,