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Ein Staat für Erdogan

In der Türkei treibt der Staatspräsident das Projekt, seine autoritäre Herrschaft auf Dauer zu sichern und damit zum zweiten „Atatürk“ zu werden, Schritt für Schritt voran. Am 8. Februar wurden mehr als ein Dutzend ehemalige hohe Polizeioffiziere verhaftet, denen vorgeworfen wird, an der Aufdeckung von Korruptionsfällen in der Umgebung von Erdogan beigetragen zu haben. Kurz zuvor hatte die Polizei die Bank Asya besetzt, die der Bewegung des Predigers Fetullah Gülen zugerechnet wird. Die Bank wurde inzwischen vom Staat übernommen, eine Warnung an alle Gegner Erdogans. Damit nimmt die Türkei eine Entwicklung, die unser Autor Yavuz Baydar vor fünf Monaten vorausgesagt hat: „Der neue Präsident der Türkei hebelt die Gewaltenteilung aus“, lautet der Untertitel der Analyse, die in Le Monde diplomatique vom September 2014 nachzulesen ist. Der Haupttitel formuliert es noch klarer: „Ein Staat für Erdogan“.

Kein Geld für Klimakiller

Dreihundert Professoren der kalifornischen Stanford University haben ihre Universitätsleitung aufgefordert, kein Geld mehr in die Ausbeutung fossiler Energie zu investieren. Die Unterzeichner des Aufrufs, darunter mehrere Nobelpreisträger, wollen damit ein Zeichen im Kampf gegen den von Menschen gemachten Klimawandel setzen. Die Vorkämpfer der „Deinvestment“-Bewegung gegen „unethische“ Geldanlagen sind an den Universitäten der USA besonders aktiv. Nicht überall sind sie so erfolgreich wie in Stanford. Die Harvard University, die mit 32 Milliarden Dollar das größte Vermögen aller US-Universitäten verwaltet, hat ihren Bestand an Aktien der Öl- und Gasindustrie im Laufe des letzten Jahres um das Siebenfache aufgestockt. Einen guten Überblick über Motive und Methoden der „Deinvestment“-Bewegung bietet die engagierte Reportage von Rebecca Solnit mit dem Titel: „In Zeiten des Ernstfalls – Warum wir Ölkonzernen und anderen Klimakillern den Geldhahn zudrehen müssen“. Der Artikel ist im Mai 2014 in Le Monde diplomatique erschienen.

Le Monde diplomatique vom 12.02.2015

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