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gestern in LMd heute in den Nachrichten

Kolumbien

Präsident Juan Manuel Santos meldete der Welt am 7. November seinen jüngsten Triumph im Kampf gegen die kolumbianische Guerilla. Der Anführer der Farc (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) Alfonso Cano wurde bei einem Angriff der Armee auf ein Farc-Lager getötet, das mittels abgehörter Telefongespräche lokalisiert worden war. Ob dieser Schlag zu der von Präsident Santos erhofften Kapitulation der Guerilla führt, bleibt abzuwarten. Der Kampf zwischen der Farc, die sich selbst als marxistisch deklariert, und dem Staat und seinen „Paramilitärs“ hat Kolumbien seit Jahrzehnten geprägt. Was dieser Konflikt und seine Kollateralschäden für Politik und Gesellschaft Kolumbiens bedeuten, hat der Autor Antonio Ungar in seinen „wahren Geschichten aus einem fiktiven Land“ beschrieben. „Nennen wir es Miranda“ erschien im Januar 2011 in der Le Monde diplomatique. Über die Rolle der USA, die seit 1999 finanziell wie militärisch am Kampf gegen die kolumbianische Guerilla beteiligt sind, informiert Maurice Lemoine mit seinem Bericht vom Februar 2010: „Vorgeschobene Einsatzpunkte – Die beunruhigende Militärpräsenz der USA in Kolumbien“.

Syrien

Die syrische Armee schießt weiter auf Demonstranten. Mit dem Einsatz des Militärs in Hochburgen der Opposition wie Homs und Hama hat Präsident Baschar al-Assad das Versprechen gebrochen, das ihm letzte Woche von der Arabischen Liga abgerungen wurde. Damit arbeitet das Assad-Regime weiter an seiner Isolierung. Aber es ist noch nicht am Ende, wie manche Kommentatoren nach dem endgültigen Fall des Gaddafi-Regimes glaubten. Warum das so ist, erschließt sich aus der Analyse von Patrick Seale, die in der Le Monde diplomatique vom Mai 2011 nachzulesen ist: „Syrien, der große Irrtum“. Der Nahostexperte erläutert nicht nur, warum der syrische Präsident den Kontakt zur arabischen Realität verloren hat, sondern auch, warum eine Intervention in Syrien schwieriger und riskanter ist als in Libyen. Über die Opposition in den sunnitischen Zentren des Landes hat Alain Gresh in Le Monde diplomatique vom August 2011 berichtet. Seine Reportage „Hama im Visier“ erzählt auch von oppositionellen Gruppen, die einen drohenden Konflikt zwischen den verschiedenen Konfessionen verhindern wollen.

Le Monde diplomatique vom 11.11.2011,