Meldungen des Monats

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Schlechte Nachrichten

Mit der Ausrufung des Ausnahmezustands in Pakistan am 3. November hat das Regime von General Musharraf die Freiheit der Fernsehmedien auf einen Schlag abgeschafft. Auf Befehl des Präsidenten ordnete die Aufsichtsbehörde für elektronische Medien (Pemra) an, die Programme aller privaten Satelliten- und Kabel-Fernsehsender einzustellen. Nur einige Unterhaltungssender dürfen weitersenden. Damit hat das Regime im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen dem staatlichen Sender PTV das Monopol auf Bildschirmnachrichten gesichert.

Am 27. Oktober wurde im Irak der Journalist Shehab Mohammed al-Hitti ermordet aufgefunden, nachdem er auf dem Weg zur Arbeit entführt worden war. Al-Hitti arbeitete seit 2003 für die englischsprachige Zeitung Baghdad News. Er ist der 46. Journalist, der seit Beginn des Jahres 2007 im Irak ermordet wurde. Seit dem US-Angriff auf den Irak im März 2003 wurden mindestens 152 Journalisten und 54 Medienarbeiter umgebracht, zahlreiche ihrer Kollegen wurden Opfer von Entführungen. Derzeit sind noch 15 irakische Journalisten in der Hand von Kidnappern. Der jüngste Fall betrifft den Korrespondenten von Radio Free Europe/Radio Liberty, der seit dem 22. Oktober verschwunden ist, nachdem sein Auto überfallen und ein Fahrer erschossen wurde.

In China wurde der Journalist Qi Chonghuai, den die Polizei von Tengzhou in der Provinz Schandong Mitte August festgenommen hatte, brutalen Verhören unterworfen. Wie der Anwalt des Journalisten mitteilte, wurde er von Polizisten ins Gesicht geschlagen und mit den Worten bedroht, man könne auch härter zuschlagen und anschließend seinen Tod als Selbstmord darstellen. Der Journalist war im Juni 2007 zusammen mit seinem Fotografen verhaftet worden. Er hatte häufig über Korruptionsfälle berichtet, in die Funktionäre der örtlichen Kommunistischen Partei verwickelt waren. Eine formelle Anklage gegen Qi Chonghuai wurde noch nicht erhoben, aber in den Verhören wird er beschuldigt, seine Informanten erpresst zu haben.

Gute Nachrichten

Die Behörden in Kroatien haben den Journalisten Zeljo Peratovic wieder freigelassen. Der freie Journalist war am 17. Oktober festgenommen worden, nachdem die Polizei sein Haus durchsucht und seinen Computer und schriftliche Unterlagen beschlagnahmt hatte. Gegen ihn wird wegen „Verrats von Staatsgeheimnissen“ ermittelt, weil er über Kriegsverbrechen recherchiert, die kroatische paramilitärische Gruppen Anfang der 1990er-Jahre in dem Dorf Gospic verübt haben. Petrovic hat Material gefunden, das auch den früheren Verteidigungsminister Gojko Susak und den Politiker Darko Milinovic belastet, der bei den Parlamentswahlen am 25. November als Spitzenkandidat der Regierungspartei HDZ antritt.

In Niger kam am 31. Oktober der Journalist Daouda Yacouba, den die Polizei der Provinzhauptstadt Agadez sechs Tage lang festgesetzt hatte, ohne Anklage wieder frei. Yacouba publiziert in einer lokalen Zeitung, dessen Eigentümer ebenfalls verhaftet worden war. Beiden wirft die Regierung Verbindungen zu der Rebellengruppe MNJ vor, die für die Rechte der im Norden des Landes lebenden Tuareg eintritt.

Le Monde diplomatique vom 09.11.2007

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