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Ausgabe vom 10. September 2026
LMd Juniausgabe

Weltwährung statt US-Dollar

Der Dollar als Leitwährung dient vor allem US-Interessen. So sollten die Stützungskäufe des Yen nur die Verteuerung der US-Schulden verhindern. Für das internationale Währungssystem wäre eine neue supranationale Weltwährung die bessere Lösung. Sie könnte auch die Macht der Finanzmärkte einhegen.

von Renaud Lambert, Frédéric Lemaire und Julien Trévisan

Das hat es seit fast 30 Jahren nicht gegeben: Am 31. Juli 2026 griffen die USA zur Stützung des japanischen Yens massiv in die Märkte ein. Dieser Vorgang ist ein weiteres Zeichen dafür, dass es im internationalen Währungssystem erheblich knirscht. „Die historische Intervention Washingtons zur Stabilisierung des Kurses einer Fremdwährung hat die Anleger geschockt“, kommentierte die Financial Times.1

Was hat zu dieser Intervention geführt? Darauf gibt es zwei Antworten. Die erste betrifft die Währungskonjunktur: Seit einigen Jahren verliert der Yen kontinuierlich an Wert. Grund dafür ist die Differenz zwischen dem von der Bank of Japan festgesetzten Leitzinssatz von 1,0 Prozent und den Zinssätzen anderer wichtiger Volkswirtschaften. Das gilt vor allem für die USA, wo der Leitzins derzeit bei 3,75 Prozent liegt. weiterlesen ...

Inhalt

  • Der Dollar als Leitwährung dient vor allem US-Interessen. So sollten die Stützungskäufe des Yen nur die Verteuerung der US-Schulden verhindern. Für das internationale Währungssystem wäre eine neue supranationale Weltwährung die bessere Lösung. Sie könnte auch die Macht der Finanzmärkte einhegen.
    von Renaud Lambert, Frédéric Lemaire, Julien Trévisan
  • Pazifische Wut
    Inseln streiten für Klimagerechtigkeit
    von Eric Wittersheim
  • Gestern in LMd, heute in den Nachrichten
  • Eline Brontsema
    von Wilhelm Werthern
  • Macron, der Fehler
    von Grégory Rzepski
  • El Niño und die Hungersteine
    von Mohamed Larbi Bouguerra
  • Neue Achsen und Allianzen
    Mit dem Irankrieg und Israels expansiver Politik verschieben sich die Gleichgewichte im Nahen Osten
    von Ziad Majed
  • von Brendon Novel
  • Trumps fataler Atomdeal mit Riad
    von Manfred Kriener
  • Atomare Schuld
    Frankreich zahlt endlich Entschädigungen an Schwerkranke in Polynesien
    von Hélène Ferrarini
  • Krieg und Kino
    Wie die französische Armee über die Unterhaltungsindustrie ihre Propaganda verbreitet
    von Thomas Jusquiame
  • Trump und der kommunistische Popanz
    von Serge Halimi
  • Made in Guangzhou oder Wie ich Kapitalistin wurde
    von Maëlle Mariette
  • Frag deine Schamanin
    Südkoreas uralte spirituelle Tradition lebt – trotz oder wegen aller Modernität
    von Emil Pacha Valencia
  • Die neue Militärmacht
    Im Februar 2022 rief Olaf Scholz die Zeitenwende aus. Gut ein Jahr später wurde in Berlin die erste Nationale Sicherheitsstrategie in der Geschichte der Bundesrepublik vorgestellt. Das jüngst erklärte Ziel, stärkste Militärmacht Europas werden zu wollen, sorgt für Unruhe und Misstrauen, gerade in Frankreich.
    von Pierre Rimbert
  • Hauptgewinn für Rheinmetall
    Im Namen einer beschleunigten Aufrüstung bestellt die Bundesregierung laufend neue Rüstungsgüter – jedoch ohne echte strategische Steuerung und wirksame Kontrolle. In diesem politischen Vakuum etabliert sich Rheinmetall als Großprofiteur einer zunehmend undurchsichtigen Verteidigungspolitik.
    von Thomas Schnee
  • Panzer statt Autos
    Die Illusion vom Aufschwung durch Rüstung
    von Joshua Rahtz
  • Wo steht die IG Metall?
    von Lea Fauth, Fabian Grieger, Niklas Franzen, Paul Welch-Guerra
  • Vordrängeln gegen Geld
    von Élisa Perrigueur
  • Meldungen des Monats
  • Comic - Zoe Branczyk
  • Kunst - Eline Brontsema

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. Oktober 2026

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