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Ausgabe vom 10. November 2016

An der schwarzen Donau

Ungarn feiert das Magyarentum: Nationalistische Positionen werden aggressiv formuliert und politische Gegner, wie die Tageszeitung „Népszabadság“, zum Schweigen gebracht. Auch in der Kultur ist ultrarechtes Gedankengut alltäglich geworden – bis hin zum musikalischen Pop-Event für die ganze Familie.

von Evelyne Pieiller

Sie haben rasierte Schädel oder Frisuren wie Conan der Barbar, tragen T-Shirts mit gotischen Motiven, Patronentaschen und große Totenkopfringe. Ihre muskulösen Oberarme zieren aufwendige Tattoos, und die Bierdose ist immer griffbereit: Heavy-Metal-Fans erkennt man überall. In diesem Sommer, Mitte August, strömen sie in Scharen in eine ungarische Kleinstadt am Ufer des Balaton. Der Anlass: ein Open-Air-Konzert im großen Amphitheater. Nebenan, in der verglasten Halle, werden die Merchandisingprodukte der Band verkauft – und Bier. Alles ist so, wie man es von einem gewöhnlichen Heavy-­Metal-Event erwarten würde.

Abgesehen von den vielen Familien im Publikum. Und den vielen T-Shirts mit seltsam anmutenden Landkarten und sonderbaren Schriftzeichen, die sich bei genauerer Betrachtung als Runen entpuppen.
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Inhalt

  • An der schwarzen Donau
    Ungarn feiert das Magyarentum: Nationalistische Positionen werden aggressiv formuliert und politische Gegner, wie die Tageszeitung „Népszabadság“, zum Schweigen gebracht. Auch in der Kultur ist ultrarechtes Gedankengut alltäglich geworden – bis hin zum musikalischen Pop-Event für die ganze Familie. von Evelyne Pieiller
  • Wo in aller Welt
    Über Pässe, Identitäten und Grenzen von Frances Stonor Saunders
  • Gammler, Yuppies, Stuhlkissen
    von Katharina Döbler
  • Der Dritte Kolonialismus
    von Wladislaw Inosemzew​ und Alexander Lebedew
  • Bomben auf die Zukunft
    Russland erhöht den Einsatz im Kampf um Syrien von Jacques Lévesque​
  • Kolumbiens Nein zum Frieden
    von Gregory Wilpert
  • Gespräche mit kriegsmüden Rebellen
    Die nationale Konferenz der Farc-Guerrilla in den Llanos de Yarí war dieses Jahr ein besonderes Ereignis. Mit Kulturprogramm und vor der internationalen Presse beschwor die Führung die Zukunft der Farc als politische Partei.Die Kämpfer machten Pläne für das zivile Leben. von Stefan Krauth
  • Haiti – Freihandel statt Hilfe
    von Frédéric Thomas
  • Das große Uran-Komplott
    Der französische Konzern Areva und seine dunklen Geschäfte in Afrika von Juan Branco
  • Wie groß ist Europa?
    Überlegungen zu Vorgeschichte und Selbstverständnis der Union von Michel Foucher
  • Die große Umarmung
    Die Inderin Amma ist ein Guru mit globaler Anhängerschaft und besten politischen Beziehungen von Jean-Baptiste Malet
  • Heilige Schwangerschaft
    In Polen kämpfen Kirche und Regierung gegen die Selbstbestimmung der Frauen von Audrey Lebel
  • Frau sein auf eigenes Risiko
    Zum Stand der Gleichberechtigung in den Vereinigten Staaten von Florence Beaugé
  • Womanism
    von Florence Beaugé
  • Verschwörung mit dem Feind
  • Comic - Joakim Drescher
  • Kunst - Els ter Horst

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. Dezember 2016

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Karte des Monats

Comic | Joakim Drescher

Kunst | Els ter Horst

Kommende Ausgabe

LE MONDE diplomatique im Dezember 2016

  • Countdown in Kinshasa Sabine Cessou über Präsident Kabila und seinen anti-demokratischen Willen zur Macht
  • Vom Kapital lernen Mathias Greffrath über „Das Kapital“ im Zeitalter der digitalen Ausbeutung
  • Verfeindete Dschihadisten Owen Bennett-Jones über die ideologischen Unterschiede zwischen al-Qaida und IS
  • Allergien Eine Hundegeschichte von Etgar Keret
  • Die Paten von Paraguay Sandra Weiss über den Konkurrenzkampf im Drogengeschäft
  • Die nächste Ausgabe von LE MONDE diplomatique erscheint am Donnerstag, dem 8. Dezember