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Ausgabe vom 7. Januar 2016

Frieden und Wahrheit für Kolumbien

Am 26. März soll die älteste Guerilla Lateinamerikas, die Farc, nach langen Verhandlungen den Friedensvertrag mit der Regierung unterzeichnen.So wünscht es Präsident Santos. Doch trotz der Unterstützung Norwegens, Kubas, Chiles und Venezuelas im Friedensprozess sind nicht alle Hindernisse für eine Einigung beseitigt.

von Maurice Lemoine

Drei Jahre ist es her, dass die Friedensverhandlungen zwischen den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc) und der Regierung von Juan Manuel Santos offiziell in Norwegen eröffnet wurden. Am 20. Oktober 2012 erklärte Luciano Marín Arango alias Iván Márquez im Namen der Guerilla: „Wir kommen aus dem Macondo1 der Ungerechtigkeit nach Oslo, mit einem kollektiven Traum vom Frieden und einem Olivenzweig in der Hand.”

Der Comandante legte die Messlatte von vornherein hoch und erinnerte an die Ursachen des seit Jahrzehnten andauernden bewaffneten Kampfs. „Strukturelle Veränderungen” seien nötig, die über die in monatelangen geheimen Treffen festgelegten Tagesordnungspunkte hinausgingen. Darauf erwiderte der Leiter der Regierungsdelegation, Humberto de La Calle: „Wenn die Farc im Bergbau- und Energiesektor mitreden will, dann muss sie die Waffen niederlegen, Politik machen und Wahlen gewinnen.” Und er setzte die Rebellen unter Druck, indem er verkündete, die Verhandlungen würden nicht lange dauern: „Es wird ein schneller und effizienter Prozess werden. Ein Prozess, der Monate und nicht Jahre in Anspruch nehmen wird.” Verhandelt wird seit November 2012 in Havanna.
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Inhalt

  • Frieden und Wahrheit für Kolumbien
    Am 26. März soll die älteste Guerilla Lateinamerikas, die Farc, nach langen Verhandlungen den Friedensvertrag mit der Regierung unterzeichnen. So wünscht es Präsident Santos. Doch trotz der Unterstützung Norwegens, Kubas, Chiles und Venezuelas im Friedensprozess sind nicht alle Hindernisse für eine Einigung beseitigt. von Maurice Lemoine
  • Front National
    Der Außenseiter stabilisiert das System von Serge Halimi
  • Software mit Rädern
    von Alexander Ehmann
  • Die neue Rechte in Lateinamerika
    von José Natanson
  • Sturmwarnung für Venezuela
    Zerstrittene Wahlsieger und eine diskreditierte Regierung von Gregory Wilpert
  • Eine finanzpolitische Zeitbombe
    Die geplante Kapitalmarktunion setzt auf noch mehr Deregulierung in der EU von Frédéric Lemaire und Dominique Plihon
  • Koreanische Wiedervereinigung – Prinzip und Praxis
    von Martine Bulard
  • Aufruhr in Südkorea
    von Sung Ilkwon
  • Diplomatie in Zeiten des Krieges
    Aufzeichnungen des sowjetischen Botschafters in London aus den Jahren 1937 bis 1943 von Iwan Maiski
  • Immer neue Hindernisse für Tunesien
    von Thierry Brésillon
  • Kasserine im armen Westen
    Eindrücke aus der tunesischen Provinz von Laura-Maï Gaveriaux
  • Jordaniens erstaunliche Stabilität
    von Florian Guckelsberger
  • Der Narco von Rivas
    Ein freischaffender Drogenhändler in Nicaragua erzählt aus seinem Arbeitsleben von Óscar Martínez
  • Captain Kirk, der chinesische Admiral und SpaceX
    Statt den Mars zu kolonisieren, sollten wir die Suche nach innerterrestrischer Intelligenz verstärken von John Feffer
  • Die Welt aus der Sicht einer niedrig gelegenen Insel
    Die Folgen des Klimawandels für Isle de Jean Charles, Louisiana von Elizabeth Rush
  • Comic - María Luque
  • Kunst - Michael Fanta

Die nächste Ausgabe erscheint am 11. Februar 2016

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LE MONDE diplomatique im Februar 2016

  • Recht und Gerechtigkeit nach Jaroslaw Kaczynski Lukasz Mikolajewski und Anna Wocjk über das unheimliche Comeback der PiS
  • Atomwaffen made in USA Richard Krushnic und Jonathan Alan King über die Privatisierung der Apokalypse
  • Darknet oder der Traum vom besseren Internet Stefan Mey über Händler, Kunden und Propheten in der digitalen Unterwelt
  • Terror mit Sintflut, Gift und Durst Tobias von Lossow über Wasser in der Hand des IS
  • Europäische Grenzenlosigkeit Ein radikal-futuristischer Entwurf von Ulrike Guérot und Robert Menasse
  • Die Großmütter und die Trans*community Angeline Montoya über sexuelle Selbstbestimmung in Argentinien
  • Treibstoff von der Straße Sabine Cessou über die Benzinschmuggler von Benin
  • Jiu Jitsu für Emmeline Pankhurst Daniel Paris-Clavel über die Bodyguards der Suffragetten
  • Die nächste Ausgabe von LE MONDE diplomatique erscheint am Donnerstag, den 11. Februar