Vor 35 Jahren schrieb der französische Philosoph Jean Baudrillard einen Artikel mit dem provozierenden Titel „Der Golfkrieg hat nicht stattgefunden“.1 Darin vertrat er die These, die Militärintervention der von den USA angeführten Koalition gegen den Irak im Januar 1991 sei von der Öffentlichkeit nicht als ein wirklicher Krieg, sondern als Medienereignis wahrgenommen worden, als ein Spiel („simulacre“), bei dem die Realität in ihrer ganzen Grausamkeit durch Mediatisierung gelöscht wurde. Das brutale Ereignis Krieg wird durch große technologische Inszenierungen ersetzt.
Der im Februar 2026 von den USA und Israel begonnene Krieg gegen Iran fügt dieser Entwicklung eine neue Dimension hinzu: Er wird in den sozialen Medien nach den Codes der Popkultur und der Videospiele inszeniert. Der Tod wird banalisiert und manchmal, wie bei der Ermordung des Obersten Führers Ali Chamenei, sogar gefeiert. Iran wird als Zielscheibe für Militäraktionen vorgeführt, nicht als ein Land mit Menschen, die dort leben. weiterlesen ...
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