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Ausgabe vom 11. Mai 2017

Trump und der Reiz der Waffen

Die Außenpolitik der USA erscheint deshalb so bedrohlich, weil ihr Präsident ein unberechenbares Temperament hat und im Amt einen Hang zu militärischem Aktionismus entwickelt. Was das bedeutet, kann sich schon bald in Krisenregionen wie der Koreanischen Halbinsel und der Golfregion zeigen.

Der Beschuss eines Luftwaffenstützpunkts in Westsyrien durch zwei US-Zerstörer am 7. April 2017 war eine Reaktion auf den Einsatz chemischer Waffen, für den nach Ansicht der Mehrheit der Mitglieder des UN-Sicherheitsrats syrische Regierungstruppen verantwortlich sind. In den US-Medien wurde diese Aktion allgemein als der erste große Militäreinsatz seit Donald Trumps Amtsantritt dargestellt.

Welchen Schaden der Angriff mit 59 Tomahawk-Marschflugkörpern der syrischen Armee tatsächlich zugefügt hat, ist ebenso umstritten wie die Zahl der Opfer; klar ist aber, dass es sich um einen eindeutigen Akt militärischer Gewaltanwendung handelte. Genau genommen ist es jedoch schon der zweite Angriff dieser Art, den Trump zu verantworten hat. Der erste war jener fatale Überraschungsschlag, den am 29. Januar 2017 US-Spezialeinheiten im Jemen ausgeführt hatten.
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Inhalt

  • Trump und der Reiz der Waffen
    Die Außenpolitik der USA erscheint deshalb so bedrohlich, weil ihr Präsident ein unberechenbares Temperament hat und im Amt einen Hang zu militärischem Aktionismus entwickelt. Was das bedeutet, kann sich schon bald in Krisenregionen wie der Koreanischen Halbinsel und der Golfregion zeigen. von Michael T. Klare
  • Lagerwelten
    Provisorischer Dauerzustand für Geflüchtete von Michel Agier
  • Brief aus Guatemala-Stadt, Zone 4
    von Toni Keppeler
  • Der paranoide Bürger
    von Ivan Krastev
  • Lob für den Hampelmann
    von Serge Halimi
  • Die Welt aus der Sicht Erdoğans
    Präsident Erdoğan baut die Türkei nicht nur im Innern um. Auch in der Außenpolitik setzt er neue Prioritäten. Er will das Verhältnis mit Russland und dem Iran verbessern, ohne es sich mit den USA zu verderben. Dabei gibt es jedoch ein großes Hindernis: Erdoğans aggressive Politik gegenüber den türkischen wie den syrischen Kurden. von Jean Marcou
  • Planlos in Brüssel
    von Günter Seufert
  • Für ein Dach über den Kopf
    Glänzende Aussichten für die Logistik- und Möbelindustrie von Nicolas Autheman
  • Der gläserne Flüchtling
    von Nicolas Autheman
  • Syrische Chemiewaffen
    Die UNO ermittelt, Schuldige nennt sie nicht von Akram Belkaïd
  • Nordkoreas Realpolitik
    Mit dem Ausbau des Atomwaffenarsenals verfolgt der jüngste Spross der Kim-Dynastie vor allem das Ziel, Sicherheitsgarantien für sein Regime zu erpressen. von Philippe Pons
  • Russlands gefährliche Schwäche
    Asymmetrische Machtverhältnisse, die Fehler des Westens und der Frust im Kreml von Tony Wood
  • Eine russische Stimme für die freie Welt
    von Maxime Audinet
  • Alltag in Donezk
    Russisches Geld, Moskauer Zeit und das Grollen der Artillerie von Loïc Ramirez
  • Isolieren oder einwickeln
    Ukrainische Ideen für den Umgang mit dem Donbass von Hélène Richard
  • Der zweite Tod des Hugo Chávez
    Die Proteste in Venezuela werden immer heftiger, und die Regierung antwortet mit massiver Repression, anstatt Neuwahlen anzusetzen. Der Abschied vom Sozialismus des 21. Jahrhunderts hat aber schon vor vielen Jahren begonnen. von Sandra Weiss
  • Hirten unter Verdacht
    Von Mali bis zur Zentralafrikanischen Republik haben die nomadischen Fulbe viele Feinde von Rémi Carayol
  • Bei den Fulbe in Nigeria
    „Wir werden das aufschreiben, damit alle es lesen können. Wer Fulbe tötet, ob Soldat oder nicht, lädt große Schuld auf sich und wird eines Tages dafür bezahlen müssen, wie lange es auch immer dauern mag.“ Nasir Ahmad El-Rufai, Gouverneur des Bundesstaats Kaduna im Nordwesten von Nigeria von Elnathan John
  • China rockt
    In den coolen Clubs geht es um Pogo und Bier, nicht um Korruption von Léo de Boisgisson
  • Comic - Jorge Gonzáles
  • Kunst - Rémy Markowitsch

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. Juni 2017

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Comic | Jorge Gonzáles

Kunst | Rémy Markowitsch