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Ausgabe vom 11. Juni 2015

Grexit und was dann?

Die Drachme eröffnet keine Zukunftsperspektiven - außer für Spekulanten

von Niels Kadritzke

Ob es zu einem Grexit kommt, können wir heute nicht wissen. Selbst wenn der Austritt Griechenlands aus der Eurozone in den nächsten Wochen vermieden wird, bleibt für längere Zeit noch ein Graccident möglich: eine Art historischer Betriebsunfall, den niemand wirklich gewollt hat, den aber zu wenige EU-Politiker unbedingt verhindern wollten.

Diese Gefahr wird erst gebannt sein, wenn Griechenland von seinen Gläubigern die Chance zu einem Neustart bekommt, und wenn die Athener Regierung diese Chance auch ergreift. Dazu müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein: Eine massive Schuldenentlastung mit dem Ziel, die Politik des Totsparens zu beenden; ein radikales Programm innerer Reformen, vor allem im Sinne eines effektiven öffentlichen Dienstes und der Durchsetzung strikter Steuerdisziplin, um stabile Staatseinnahmen zu garantieren; und ein rea­lis­tisches Zukunftsprogramm für die griechische Wirtschaft, das einheimische Potenziale aktiviert und zugleich ausländische Investitionen anzuziehen vermag.? weiterlesen ...

Inhalt

  • Gezieltes Töten
    Im Krieg gegen den Terror halten die USA an der alten Strategie aus dem Kampf gegen Drogen fest: Gefährliche Organisationen werden ihrer Spitze beraubt. „High-value targeting“ heißt das und bedeutet, dass Führungspersönlichkeitenins Visier genommen und meist getötet werden.
  • Weltapparat
    Die UNO und die Macht
  • Lob der Gleichheit
  • Erdogan ausgebremst?
  • Das Bitcoin-Experiment
  • Bujumbura brennt
    Burundi droht der Rückfall in den Bürgerkrieg
  • Meldungen des Monats
  • Verdiente Schlappe in London
    Die Labour-Partei wurde von den Wählern abgestraft,weil sie sich zu wenig von den Konservativen unterscheidet
  • Südländer, Nordländer und der Euro
    Die zwei unterschiedlichen Wirtschaftsmodelle, die es in Europa gibt, erfordern eigentlich zwei verschiedene Währungen – so die Position deutscher Eurokritiker.
  • Grexit und was dann?
    Die Drachme eröffnet keine Zukunftsperspektiven – außer für Spekulanten
  • Eulex unter Verdacht
    Korruption und andere Merkwürdigkeiten bei der Kosovo-Mission der Europäischen Union
  • Endemie der Gewalt
    In vielen Staaten Lateinamerikas hat die Kriminalität erschreckende Ausmaße angenommen – mit Mordraten wie in Bürgerkriegsgebieten
  • Zwanzig Jahre Freihandel in Amerika
    In den USA, Mexiko und Kanada
  • Die Ukrainefrage
    Der Westen hat die Moskauer Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag des Kriegsendes wegen der Ukrainekrise boykottiert. Um zu einer Lösung dieses Konflikts beizutragen, hat sich der ehemalige Minister Jean-Pierre Chevènement auf Wunsch des französischen Präsidenten bereits im Mai 2014 mit Präsident Putin getroffen. Hier beschreibt er, was seines Erachtens zum Misstrauen gegen Russland geführt hat, und zeigt mögliche Auswege.
  • Polen zahlt für seine Zechen
    Die Energieversorgung des Landes beruht noch immer zum größten Teil auf Kohle. Doch im Oberschlesischen Revier herrscht Endzeitstimmung: Die ausländische Konkurrenz ist billiger und die EU drängt auf die Entwicklung der Erneuerbaren.
  • Die Chinesen kommen
    Der pazifische Inselstaat Palau und seine viel zu vielen Touristen
  • Frieden schaffen
    Neue Instrumente für die Vereinten Nationen
  • Die Buchstaben-Guerilla
    Das Autorenkollektiv Wu Ming kämpft mit fantastischen Geschichten gegen politische und kulturelle Gleichschaltung
  • Es war einmal No Future
    Vierzig Jahre Punk oder Das Ende der Revolte
  • Virtuell krank
    Eine kurze Geschichte
  • Nichtrepräsentativ

  • Comic - Alfred
  • Kunst - Isabelle Borges

Die nächste Ausgabe erscheint am 9. Juli 2015

Ältere Ausgaben finden sie in unserem Textarchiv

Unbedingt hören

Comic | Alfred

Kunst | Yves Oppenheim