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Ausgabe vom 7. April 2016

Fromm und rechts in Alabama

Beim Parteitag der Republikaner in Mobile wurde Donald Trump nicht beim Namen genannt. Die Lokalpolitiker dort fürchten ihn nicht nur wegen seiner radikalen Reden, sondern auch als Yankee aus dem Nordosten. Das Fußvolk der Partei dagegen freut sich über einen Kandidaten, der dem politischen Establishment fernsteht.

von Serge Halimi

Mobile, Alabama, 27.Februar. Drei Tage vor dem „Super Tuesday“ mit Vorwahlen in mehreren südlichen US-Bundesstaaten findet der Parteitag der Republikaner von Alabama im großen Saal des Kongress­zen­trums statt. Einige hundert Landes- und Kommunalpolitiker nehmen da­ran teil.

Überraschenderweise trifft man hier eher einen schwarzen Delegierten als einen Fan von Donald Trump. Dabei scheint der New Yorker Milliardär in Alabama sehr beliebt zu sein, was sich bei den Vorwahlen bestätigen wird. Und die Republikanische Partei besteht hier fast ausschließlich aus Weißen.

Keiner der Redner auf der Tribüne erwähnt den Namen Trump – aber alle haben ihn im Kopf, denn sein erfolgreicher Wahlkampf stellt die Weichen für die Zukunft der Partei. Bei jeder Wahl gibt es ein oder zwei Kandidaten, die innerhalb der Partei nicht sonderlich beliebt sind. Der texanische Senator und Trump-Rivale Ted Cruz zum Beispiel: Den meisten seiner Parlamentskollegen fällt es schwer, diesen unsympathischen Mann zu unterstützen. Aber bei Trump geht es um etwas ganz anderes: um das, was man in der Wirtschaft als „feindliche Übernahme“ bezeichnen würde.
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Inhalt

  • Fromm und rechts in Alabama
    Beim Parteitag der Republikaner in Mobile wurde Donald Trump nicht beim Namen genannt. Die Lokalpolitiker dort fürchten ihn nicht nur wegen seiner radikalen Reden, sondern auch als Yankee aus dem Nordosten. Das Fußvolk der Partei dagegen freut sich über einen Kandidaten, der dem politischen Establishment fernsteht. von Serge Halimi
  • Zu billiges Öl
    Die Folgen des Preisverfalls von Michael Klare
  • Brief aus Rio
    von Rafael Cardoso
  • Dieser Kapitalismus funktioniert nicht
    Über den Unterschied zwischen Zigaretten und Musikdateien von Paul Mason
  • Auf der Balkanroute
    von Jean-Arnault Dérens und Simon Rico
  • Hotspot Griechenland
    von Niels Kadritzke
  • Die Verteidiger Europas
    Warum die neue radikale Rechte in Ost und West so erfolgreich ist von Joseph Grim Feinberg
  • Die Ungerührten
    In Großbritannien hüten Hinduvereinedas Kastenwesen – mit dem Segen der Regierung Cameron von Alexia Eychenne
  • Was wird anders in Argentinien?
    Präsident Macri und das Erbe des Kirchnerismo von Carlos Gabetta
  • Das vergiftete Paradies
    Auf der panamaischen Insel San José haben die USA einst Chemiewaffen getestet. Heute stehen hier Luxusbungalows von Guido Bilbao
  • Die Vermesser des Lebens
    Vor mehr als hundert Jahren begannen große Versicherungen in den USA mit dem Sammeln von Kundendaten von Dan Bouk
  • Pakistan, ein Land ohne Freunde
    von Jean-Luc Racine
  • Die Macht der Hisbollah
    von Marie Kostrz
  • Helden oder Terroristen
    Im sunnitischen Maghreb haben Assad und die Hisbollah viele Unterstützer von Akram Belkaïd
  • Strom für Plan Grande
    von Thelma Mejía
  • Comic - Hanneke van der Hoeven
  • Kunst - Pavel Feinstein

Die nächste Ausgabe erscheint am 12. Mai 2016

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  • Trump und die Republikaner Serge Halimi über eine feindliche Übernahme
  • Hoffnung und Täuschung in der Mullahrchi Philippe Descamps und Shervin Ahmadi über Iran
  • Kommunikationsstörung mit offenem Ausgang Kathrin Röggla über die Rhetoriken des Rechtspopulismus
  • Liberale Imame gegen Hassprediger Franziska Tschinderle über Wahabiten im Kosovo
  • Oman ist anders Alain Gresh über die Mittlerrolle des Sultanats
  • Neue Pläne für eine abtrünnige Provinz Tanguy Lepesant über Taiwans historischen Machtwechsel
  • Von der Kalaschnikow zum Satellitenkiller Olivier Zajec über Russlands Waffenindustrie
  • Die nächste Ausgabe von LE MONDE diplomatique erscheint am Donnerstag, den 12. Mai