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Ausgabe vom 9. Februar 2017

Rüsten wie im Kalten Krieg

Der neue Herrscher im Weißen Haus weckt schlimmste Befürchtungen. Was passiert, wenn Donald Trump Wladimir Putin nicht mehr für seinen Freund hält? Atomsprengköpfe gibt es immer noch viel zu viele. Und die Lobby der Rüstungsindustrie sorgt dafür, dass das Pentagon weiterhin viel Geld für neue Waffensysteme locker macht.

von Andrew Cockburn

Die nach dem Wahlkampf wiederholte Behauptung, der russische Präsident betreibe die Destabilisierung der US-Demokratie, erinnert an die Paranoia des Kalten Kriegs: Damals speiste sich die Angst vor den „Roten“ („Red Scare“) aus der Vorstellung, dass die Sowjets trotz des Verlusts von 20 Millionen Menschenleben und trotz der Verwüstung ihres Landes im Zweiten Weltkrieg über ein militärisches Potenzial verfügten, das dem der USA technisch ebenbürtig und zahlenmäßig weit überlegen sei.

Allerdings dürfte es damals nicht ganz einfach gewesen sein, die Vereinigten Staaten als militärisch verwundbar darzustellen – bei einer Million US-Soldaten, 900 Kriegsschiffen, 15000 Kampfflugzeugen und einem Atomwaffenarsenal, das in der Lage war, Russland „binnen zwei Stunden in eine strahlende Ruine“ zu verwandeln, wie Curtis LeMay, der Oberbefehlshaber des Strategic Arms Command (SAC), 1954 tönte.
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Inhalt

  • Rüsten wie im Kalten Krieg
    Der neue Herrscher im Weißen Haus weckt schlimmste Befürchtungen. Was passiert, wenn Donald Trump Wladimir Putin nicht mehr für seinen Freund hält? Atomsprengköpfe gibt es immer noch viel zu viele. Und die Lobby der Rüstungsindustrie sorgt dafür, dass das Pentagon weiterhin viel Geld für neue Waffensysteme locker macht. von Andrew Cockburn
  • China elektrisiert
    Ein Blick in die Zukunft der Autoindustrie von Manfred Kriener
  • Brief aus Khartum
    von Fatin Abbas
  • Was brauchen wir?
    von Razmig Keucheyan
  • America first
  • Die Kandidatenmacher
    Bis vor wenigen Wochen galt der konservative Kandidat François Fillon als Favoritfür das französische Präsidentenamt. Nun ermitteltdie Staatsanwaltschaft gegen ihn im Zusammenhang mit der vorgeblichen Beschäftigung seiner Ehefrau und seiner Kinder. Fillons Finanzgebahren ist unter den Machteliten der Fünften Republik nicht unüblich. Das Familien-Netzwerk seiner mächtigen Freunde und Berater, das ihn zum Kandidaten gemacht hat, ist weiterhin aktiv. von François Denord, Paul Lagneau-Ymonet
  • Der Optimismus des Justin Trudeau
    Kanadas Premier verkörpert die Widersprüche im Liberalismus des 21. Jahrhunderts von Jordy Cummings
  • Aufbruch von unten
    In vielen Städten Spanienshaben Bürgerinitiativen die Rathäuser erobert von Pauline Perrenot, Vladimir Slonska-Malvaud
  • Gefangen im Chaos
    Brasiliens Haftanstalten sind überfüllt, lebensgefährlich und werden von Banden beherrscht von Anne Vigna
  • Staatlich, privat, human?
    von Anne Vigna
  • Im Labyrinth des Kapitals
    Jeder Ausweg aus der Krise schafft wiederneue Probleme von Cédric Durand
  • Unruhe im Hause Saud
    Das Königshaus in Riad sieht im Iran nach wie vor die größte Bedrohung. Deswegen hat es sich im Jemen in einen Konflikt verstrickt, bei dem kein Ende abzusehen ist. Das ist nicht sein einziges Problem: Die Wirtschaft steckt in einer Rezession und im Palast tobt ein Machtkampf zwischen zwei Prinzen. von Alain Gresh
  • Israel macht weiter
    Vom Siedlungsbau zur Annexion – mit Rückenwind aus Washington von Dominique Vidal​
  • Der Berg ruft
    Rechte Aktivisten in Israel kämpfen für mehr Kontrolle über den Tempelberg von Jakob Farah
  • Die große Mauer von Tadschikistan
    Die Regierung in Duschanbe will den höchsten Staudamm der Welt bauen von Régis Genté
  • Moskau mischt mit
  • Comic - Alice Socal
  • Kunst - Henrik Spohler

Die nächste Ausgabe erscheint am 9. März 2017

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Comic | Alice Socal

Kunst | Henrik Spohler