Comics

Die Comic-Welt von LE MONDE diplomatique

Die letzte Seite gehört dem avantgardistischen, kritischen Comic: eigens für die Zeitung gezeichnet, werden hier Bildergeschichten erzählt, die Themen aus Politik und Alltag aufgreifen: meist frech, oft absurd, manchmal melancholisch. Unter anderen waren bisher vertreten: Elvis Studio, Anke Feuchtenberger, Holger Fickelscherer und ATAK.

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Im längsten Krieg des 20. Jahrhunderts erkämpften die kommunistischen Vietminh zwischen 1945 und 1975 im ehemals französischen Indochina die Unabhängigkeit. Der Sieg der Partisanen über die Kolonialmacht Frankreich (1954) und die Supermacht USA (1975), die das Land entsetzlich verwüstet haben, machte viele progressiven Kräfte im Westen auf dem linken Auge blind für die folgenden Verwerfungen, meint der Künstler, der selbst in Vietnam aufgewachsen ist. 40 Jahre nach Kriegsende zeichnet Marcelino Truong ein Porträt des zeitgenössischen Vietnam. Wie ihr großes Vorbild China hat sich Vietnams kommunistische Partei, die nach wie vor die politische Alleinherrschaft beansprucht, der Marktwirtschaft verschrieben. Das Land hat sich zwar für den Tourismus geöffnet, doch die Meinungsfreiheit wird immer noch von einem Polizeiapparat unterdrückt, der einst mit Unterstützung der ostdeutschen Stasi aufgebaut wurde.

Marcelino Truong ist als Sohn einer Französin und eines südvietnamesischen Diplomaten 1957 in Manila (Philippinen) geboren. Er ist in Vietnam (Saigon), England und Frankreich aufgewachsen und hat Englisch auf Lehramt studiert. Heute lebt er in Paris. In der Kunst des Comics ist Truong Autodidakt. Die dramatischen Ereignisse seiner Kindheit und Jugend hat er in zwei autobiographischen Graphic Novels verarbeitet: „Une si jolie petite guerre“ (2012) und „Give peace a chance“ (2015), die beide im Verlag Denoël Graphic, Paris erschienen sind. Den ersten Band gibt es auch schon auf Deutsch: „Ein schöner kleiner Krieg - Saigon 1961-63“, 2015 (Egmont Verlag) Köln. www.marcelinotruong.com