Comics

Die Comic-Welt von LE MONDE diplomatique

Die letzte Seite gehört dem avantgardistischen, kritischen Comic: eigens für die Zeitung gezeichnet, werden hier Bildergeschichten erzählt, die Themen aus Politik und Alltag aufgreifen: meist frech, oft absurd, manchmal melancholisch. Unter anderen waren bisher vertreten: Elvis Studio, Anke Feuchtenberger, Holger Fickelscherer und ATAK.

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Die Verdinglichung des Menschen im Zeitalter des Kapitalismus ist ein beliebtes Motiv in Film- und Kunstgeschichte. In seinem mit Manga-Figuren und Pop-Art-Bildern spielenden Comic stellt sich der argentinische Künstler Berliac die Frage, was passiert, „wenn wir, überwältigt von all den komplizierten Gedanken, die durch unsere Köpfe toben, uns danach sehnen, zum Ding zu werden?“ In Berliacs Geschichte will eine Frau eine VHS-Kassette sein, weil „man den Inhalt einfach überspielen kann“. Die Verwandlung gelingt. Das Bild läuft. Wir schauen hinein und sehen einen Porno, vermutlich die meistverbreitete und gesellschaftlich akzeptierte Form von Verdinglichung. Doch nun gibt es womöglich kein Entrinnen mehr. Denn selbst wenn wir es schaffen sollten, uns in eine VHS-Kassette zu verwandeln, bleibt die Frage: Wer drückt auf Play und schaut sich das an?

Berliac ist 1982 in Buenos Aires geboren und lebt zur Zeit in Berlin. Er schreibt und zeichnet Graphic Novels und publiziert in der New York Times, McSweeney's Quarterly und Vice Magazine. Siehe auch berliac.com