Kunst

In jeder Ausgabe: KünstlerIn des Monats

In jeder Ausgabe präsentiert die deutschsprachige LE MONDE diplomatique eine/n (zumeist zeitgenössische/n) KünstlerIn mit ausgewählten Werken. So erhalten unsere LeserInnen kleine Einblicke in außersprachliche Darstellungen und Verarbeitungen individueller wie gesellschaftlicher Prozesse. Neben einem kurzen einführenden Text gibt es Hinweise auf aktuelle Ausstellungen und Kataloge zum Weitersehen.

Der Fotograf Henrik Spohler arbeitet stets in Serien. Hier zeigen wir Arbeiten aus dreien von ihnen: „Global Soul“ (2002–2008), „The Third Day“ (2011–2012) und „In Between“ (2013–2015). In „Global Soul“ zeigt er die moderne Industriewelt, bevölkert von Maschinen – Menschen haben diese Hightech-Fabriken zwar gebaut, werden aber kaum noch gebraucht. „The Third Day“ bezieht sich auf den biblischen Schöpfungsmythos, nach dem Gott am dritten Tage das Land vom Wasser trennte und in der Erde Pflanzen wachsen ließ. In dieser Serie zeigt Spohler, wie der Mensch die Natur seinen Bedürfnissen unterworfen und sie industrialisiert hat. Sein jüngstes Projekt „In Between“ führt in das Zwischenreich der Logistik, wo Waren immer schneller umgeschlagen werden. Spohlers Fotografien, die geografisch kaum noch zuzuordnen sind, zeichnen sich durch eine ganz eigene Ästhetik aus und changieren zwischen klarer Struktur, einer fast meditativen Monotonie und einem Gigantismus, der jedes menschliche Maß verloren zu haben scheint.​

Henrik Spohler ist 1965 geboren und hat an der Folkwangschule in Essen studiert. Er lebt und arbeitet in Hamburg. Bis zum 11. März zeigt die Galerie Robert Morat in Berlin Arbeiten aus der Serie „In Between“, die auch als Buch bei Hartmann Projects erschien. Für das Bildmaterial danken wir dem Künstler. www.henrikspohler.de, www.robertmorat.de

Wilhelm Werthern